"Das Leben
ist viel
zu kurz
um
schlechtes Essen
zu essen"

Warum muss Trinkgeld - ein Plädoyer für die europäische Variante

Warum muss Trinkgeld - ein Plädoyer für die europäische Variante

Aus dem Nichts aufgetaucht ist die Diskussion. Und hochemotional wurde sie daraufhin geführt: Soll Trinkgeld weiterhin freiwillig gezahlt werden oder soll das Trinkgeld schon auf der Rechnung "verbindlich" angeführt sein - natürlich mit Reklamationsrecht, sodass es wieder abgezogen werden kann. In den USA wird das dann gerne unter "recommended tip" auf der Rechnung angeführt ...

Argumentiert wird dies bei den Pionieren dieser Neuerung damit, dass man schwer Personal finden würde und dieses, wenn denn gefunden, eben teurer sei.

Nun denn ...

Seitdem wir uns erinnern können geben wir Trinkgeld. Wir runden auf und/oder geben sogar ein wenig mehr. Eingependelt hat sich das irgendwo zwischen Rundung, ein paar Euro mehr bis hin zu 10 Prozent .. mehr ist hierzulande eigentlich nicht üblich. 

Wir geben Trinkgeld mit dem Gefühl, besonderes Service und besondere Freundlichkeit zu belohnen. Die Betonung liegt auf "besonderen" Service. Wir gehen hierzulande von gutem, und je nach Kategorie des Restaurants, bis hin zu besonderen Service aus ... wir gehen davon aus, dass die Leute freundlich sind, uns gut behandeln / bzw. servicieren und wir geben Trinkgeld für das "Darüber hinaus".

Das unterscheidet uns von den USA, wo man schon einmal ein paar Dollar am Zimmer liegen lässt, damit überhaupt jemand kommt, und ein paar Dollar mehr, damit das Zimmer dann auch ordentlich gemacht wird. Dieser Gedankengang liegt uns fern.

Aber was bezahlen wir eigentlich, wenn wir im Restaurant bezahlen? Wir bezahlen offensichtlich die Lebensmittel, den Koch, die Betriebskosten, Strom und Gas, die Abschreibung auf das Lokal und die Einrichtung, das ganze drumherum wie Speisekarte, etc. - aber offensichtlich bezahlen wir damit nicht das Service Personal? Das hat dann amerikanische Verhältnisse, wo das verhältnismässig hohe Trinkgeld mit der niedrigen Entlohnung des Service Personals argumentiert wird. Wollen wir das?

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Wenn denn das Service Personal so schwer zu bekommen ist und wenn denn das Service Personal so teuer ist, warum werden die Kosten nicht trotzdem in den Preis der Speisen und Getränke eingerechnet? Brauchen wir eine Art Kerosinabgabe wie beim Fliegen zu Zeiten des teueren Öls?

Aber denken wir mal weiter und bleiben beim Fliegen. Hier hat sich die Preisgestaltung mittlerweile so entwickelt, dass man alles rund um den "nackten Flug" extra bezahlen muss: ein Gepäckstück, zwei Gepäckstücke, den Sandwich, den Sitzplatz, den Sitzplatz mit extra Beinfreiheit, etc.

Wollen wir also zukünftig auch im Restaurant auswählen: einmal Schnitzel mit Freundlichkeit, Nudelauflauf mit Parkplatz aber ohne Service, ...

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Nein, das wollen wir nicht. Das Service Personal ist in der Gastronomie eine der wichtigsten Komponenten und Teil des Erlebnisses - und sollte damit auch in den Preis der Speisen und Getränke eingerechnet werden. Und wir wollen weiterhin davon ausgehen, dass es in Europa einen Service, eine Freundlichkeit und Professionalität gibt, die wir uns nicht kaufen müssen. Dafür wollen wir gerne das gewisse Extra mit Trinkgeld belohnen.

Tischlein Gedeck Dich!

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Private Dining kommt (immer mehr) - und das is(s)t gut so

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