"Das Leben
ist viel
zu kurz
um
schlechtes Essen
zu essen"

Gasthaus Schmutzer - Flashback in die Kindheit

Gasthaus Schmutzer - Flashback in die Kindheit

Man kennt das: es gibt Momente im Leben, angestoßen zum Beispiel von Orten oder Gerüchen, die einem spontan in die Kindheit zurückführen. Das Landgasthaus Schmutzer war für uns so ein Ort. Eher spontan und zufällig sind wir reingestolpert. Was wirklich ein Zufall war, liegen doch auch auf dem Weg ein paar gute Häuser. Dann doch überrascht, verspricht das Gasthaus Schmutzer doch ein Restaurant und eine Gasthaus Schiene.

Auf der Such nach etwas übersichtlich Bodenständigen sind wir ins Gasthaus und haben in der Stube Platz genommen. So waren sie halt, früher, die Gaststuben. Wir fühlen uns wohl. Haben uns ja auch früher wohl gefühlt, als wir in unserer Kindheit in den Landgasthäusern mit unseren Eltern unterwegs waren. Nach zu vielen Jahren Großstadt und moderner Gastronomie (es seien die Wiener Beisl davon ausgenommen) hat man das schon fast vergessen.

Überraschend die Karte, das ist dann eine Mischung aus traditioneller gutbürgerlicher Gasthausküche und moderner Gastronomie (die Restaurantkarte - zwei Viergang Menüs). Man kann auf beides zurückgreifen, egal wo man sitzt. Man legt Wert auf Saisonales und Lokales. Wild und Pilze, der Jahreszeit entsprechend und lokale Produkte aus der Schneebergregion dürfen nicht fehlen. Dazu eine solide Auswahl von Weinen, wobei auch hier der Schwerpunkt tendenziell österreichisch bis lokal (gern gesehen Weine aus der Thermenregion und Burgenland) ist.

Flashback in die Jugend

Auch bei den anderen Getränken wird gerne auf Lokales oder eher Unbekanntes zurückgegriffen. Säfte aus der Region und Biere auch von kleineren Brauereien, abseits der Multi-Giganten stehen auf der Karte bzw. werden angeboten.

Wir entscheiden uns für ein Beuscherl (zugegebenermassen nicht jedermann's Darling, aber das haben wir auch in unserer Kindheit in den Gasthäusern gegessen), eine Wildpfanne und ein Schnitzerl für den Nachwuchs. Und zugegeben, die Wahl ist nicht leicht gefallen, denn es liest sich alles sehr ansprechend! Mittwochs / Donnerstags gibt's übrigens frische Leber (da müssen wir mal hin).

Das Service ist zuvorkommend, da profitiert das Gasthaus vom Restaurant. Aber auch die Küche serviert dann persönlich und freut sich über die positiven Bemerkungen.

 

Zusammengefasst - sehr lecker: Der Nachwuchs hat die Wildpfanne aufgegessen, was nicht weiter schlimm war, denn auch das Schnitzerl war ausgesprochen lecker (so wie man sich ein Gasthaus-Schnitzerl halt vorstellt). Das Beuscherl war sehr gut, zum Glück wollte da auch sonst niemand kosten.

Wieder die Erinnerung - denn auch früher war das Essen im Landgasthaus immer gut. 

Der obligatorische Zahnstocher, denn die Gastronomie schon vor Jahren dezent von den Tischen verbannt hat, ist hier noch zu finden - so wie damals, als der gesamte Tisch nach dem Essen mit vorgehaltener Hand still die Zahnhygiene durchgeführt hat.

Wir nehmen noch Kuchen und ein "Bauernhof-Eis" als Nachtisch. Und auch hier fühlen wir uns gut aufgehoben. Ein paar ausgewählte und selbstgemachte Produkte gibt es zum Mitnehmen.

Wir kommen sicher wieder. Nicht weil dies der modernste Gourmettempel, die innovativste Wirtshausküche oder die zentralste Lage ist.

Wir kommen wieder, weil es hier ehrliche, bodenständige, regionale und saisonale Küche gibt. Mit einem tollen Service und einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis. Und weil uns hier jedes Mal eine kleine Reise in die Kindheit erwartet.

Weiter so!

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