"Das Leben
ist viel
zu kurz
um
schlechtes Essen
zu essen"

Burkia - Schleimi's Vermächtnis

Burkia - Schleimi's Vermächtnis

Es ist ja eigentlich eine Gemeinheit ... wir nannten ihn Schleimi ... wie kommts'?

Es war das Tennisstüberl, am Ende des Flughafens und gegenüber der USI. Völlig unscheinbar. Irgendwo zwischen Tennisstüberl, Wohnzimmer und Gasthaus. Richtig gemütlich. Das erste was man sah war der Strudel, immer frisch gemacht und nein, man musste ein Stück davon bestellen ... no way you don't. Typische Hausmannskost, bodenständig und unheimlich lecker ... ein Tropfen eleganter Wein durfte nicht fehlen. Die Salatdressing einfach legendär - das Rezept natürlich wurde nicht verraten. Und dann kam er ... der Maitre ... aus seiner minimalistischer Küche und von Tisch zu Tisch schleichend. "Hat es denn eh geschmeckt, war es vorzüglich, wie gehts, ...?" Ehrlich gemeint, aber halt ein wenig schleimig ... in unseren studentischen Augen damals. Aber nicht eine Woche verging, ohne dass wir dort waren.

 

Ein paar Jahre vergingen und aus dem Tennisstüberl wurde Burkia - Essen bei Freunden. Der Sohn, der uns damals schon immer einen guten Tropfen Wein servierte hatte das Lokal übernommen und sich verwirklicht. Es wurde erweitert, ausgebaut und vergrössert. Weg vom Stüberl hin zum Restaurant. Die Karte deutlich umfangreicher, vermutlich auch die Küche.

Das Essen ist gut. Wir haben Penne mit Eierschwammerl und Steak mit Eierschwammerl ... klar, ist ja auch die Zeit dafür. Auch die Gerichte rundherum sehen gut aus, und die Reaktionen der Gäste lassen vermuten, dass diese auch entsprechend gut schmecken. Der Salat ist klasse, da hat der Papa dem Sohn das Geheimnis verraten. Und das Personal ist gut geschult ... zuvorkommend, freundlich und professionell. Auch, dass die Pfeffermühle vorbeigebracht wird, entspricht der Tradition.

Aber das Lokal, es ist irgendwie nicht stimmig und authentisch. Die Karte ist zu gross ... kein Mensch braucht so viele Gerichte ... "reduce to the max" wäre angesagt, ein bisschen weniger wäre mehr. Das gemütliche Wohnzimmer ist leider auch weg, pseudo moderne Einrichtung mit blick auf Tennishalle, dazwischen "Beamtenpflanzen" als optische Trennung, wie sie eine Freundin von uns nannte. Aber der Strudel steht noch dort, wo er immer gestanden ist und sieht auch immer noch lecker aus.

Wir sind verwirrt. Dieses gemütliche Gefühl des "Essen bei Freunden" von damals kommt nicht auf. Hier fehlt noch jene Authentizität des Lokals, die wir damals "beim Schleimi" so geliebt haben. Ja, die Fußstapfen sind schon recht gross gewesen.

Wir kommen wieder. Weil das Essen sehr gut war. Weil das Personal sehr nett war. Und weil wir sehen wollen, ob auch der Sohn irgendwann jene Authentizität erreicht, die das Tennisstüberl so speziell machte.

Mühlsteinstube - Kulinarischer Aussenseiter der Thermenregion

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Der Buxbaum, der alles andere als zünselt!

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