"Das Leben
ist viel
zu kurz
um
schlechtes Essen
zu essen"

Der Wilde Mann, vor dem sich keiner fürchten muss!

Der Wilde Mann, vor dem sich keiner fürchten muss!

Es gibt Lokale, die es schaffen zu Institutionen zu werden: kulinarische Orte, die über Jahre, sogar Jahrzehnte auf einem Niveau verweilen, auf das andere vergeblich hinarbeiten und es trotzdem nie schaffen, dieses auch nur annähernd zu erreichen. 

Bewusst wird einem dieses Phänomen, wenn man an diese Orte nach 15-20 Jahren zurückkommt, und sich Erinnerungen an ein gastronomisches Highlight nicht nur bestätigen, sondern noch übertreffen. 

Der Gasthof zum Wilden Mann in Lans bei Innsbruck ist ein solche Institution. Von Innsbruck den (südlichen) Berg hinauf, einmal in Lans angekommen, kann man den Gasthof eigentlich nicht verfehlen. Mitten im Ort an einer Kreuzung steht das Hauptgebäude - ergänzt durch einen Nebentrakt über der Strasse, wo sich ein zugehöriges Hotel befindet.

Die Einrichtung ist urig gemütlich, so wie sich das in einem Tiroler Gasthaus bzw. Restaurant gehört. Viel Holz und Stoff - ein wohltuender Kontrast zur pseudomodernen und überdesignten Gastronomie von heute.

Auf die Freundlichkeit und gleichzeitige Ungezwungenheit des Service trifft man gleich beim Eintreten. Diese wird nur mehr ergänzt durch höchste Professionalität, die man dann am Tisch erfährt (mich fasziniert der charmante und professionelle Umgang mit der Dame vom Nebentisch, die das Wienerschnitzel mit Pommes und Ketchup bestellt ...).

Die Karte ist übersichtlich, voll von all jenen guten Dingen, die man in Österreich unter gehobener bürgerlicher Küche versteht. Trotzdem übersichtlich und glaubhaft, und vor allem keine internationalen Experimente oder Produkte, die kein Mensch an diesem Ort braucht. Ergänzt nur durch lokale Tiroler und auch saisonale Spezialitäten, die hier natürlich nicht fehlen dürfen. 

 

Das Gedeck ist übersichtlich, leckere Aufstriche und Schmalz - das fängt gut an.

Die Suppen sind auf den Punkt gewürzt - sehr lecker und bodenständig. Die Rindsuppe ein Gedicht, die Einlage nach Wahl.

Bei den Hauptspeisen hat man die Qual der Wahl. Beim Tafelspitz muss sich der ein oder andere Rindfleischkaiser in Wien anstrengen. Die Leber ist genial, das Hirschrückensteak auf den Punkt. Die Gerichte auf den Nebentischen sehen auch überzeugen aus, und ebenso die Kritik der Essenden.

Es überrascht die Schnelligkeit, mit der die Speisen an den Tisch kommen - gleichzeitig und alles auf den Punkt.

Die Nachspeisen ebenso bodenständig wie lecker. Von den vermeintlich einfachen Palatschinken bis hin zu 20 Minuten dauernden Salzburger Nockerln, dazwischen auch Schokoladiges. Immer mit dem Gefühl, hier wird Bodenständiges, sehr fein und in urig gemütlichen Ambiente serviert.

Bei den Getränken bleibt kein Wunsch unerfüllt. Es gibt genügend tolle offene Weine, die das Essen unterstreichen, gerne kann man auch zu grösseren Dingen greifen. Das Schnapserl am Ende  darf nicht fehlen, wir sind ja immerhin in Tirol, da gehört sich das.

Die Preise sind am gutbürgerlich oberen Ende, aber entsprechen absolut dem Niveau, das man hier serviert bekommt. Man geht mit dem Gefühl, etwas wirklich Gutes getan zu haben.

Wir kommen sicher wieder.

Wir kommen wieder, weil es hier überragende gutbürgerliche Küche gibt, mit tollen Produkten, tollen Service und einer gemütlich-urigen Atmosphäre. 

Wir kommen vielleicht nicht gleich morgen, weil wir wissen, dass der Wilde Mann auch in 10 Jahren so gut ist, wie er schon vor 20 Jahren gewesen ist!

by preslmayer - wir sind auch verliebt in schöner speisen

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Zero Miglia - in Nullkommanix vom Meer auf den Tisch

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